Caen (Frankreich) 26. April 2026
In der Nacht vom 26. April, genau vierzig Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, wurde eine Signalanlage der SNCF auf der Strecke Cherbourg-Paris in der Nähe von Caen sabotiert. Das Feuer wurde am Schaltschrank der Anlage neben den Gleisen gelegt.
Nach Angaben der SNCF und der Presse verursacht diese mutwillige Tat am 27. April auf den Strecken Cherbourg–Caen–Paris und Caen–Coutances–Granville–Rennes in beiden Richtungen Zugverspätungen von mindestens 30 Minuten.
Diese Sabotageaktion ist ein Beitrag zum Aufruf „Heißer als Atomkraft – Für einen schwarzen Frühling 2026“, der dazu einlädt, „die Frühlingsmonate zu nutzen, um eine massive Aktionswelle gegen laufende Projekte, Geldgeber und Komplizen der Atomindustrie zu starten – gezielt, dezentral, subversiv und autonom“. Es ist auch eine direkte Reaktion auf die Räumung von „La Gare de Luméville“, einem historischen Ort des Widerstands gegen das CIGEO-Projekt und die Atomindustrie. „La Gare“ liegt an der Trasse der Eisenbahnlinie, die die ANDRA sanieren und anschließend an das SNCF-Netz anschließen will, um Tonnen von radioaktivem Abfall zur künftigen Atommülllagerstätte CIGEO im Departement Meuse zu transportieren.
Diese Sabotage richtet sich gegen das SNCF-Netz, da die Eisenbahn eine Schlüsselinfrastruktur für die Atomindustrie, den Militärsektor und das gesamte Industriesystem darstellt. Diese Bahnstrecke ist ein gutes Beispiel dafür: Dort werden regelmäßig Atommüll in Castor-Zügen zur Wiederaufbereitungsanlage ORANO in La Hague oder in die entgegengesetzte Richtung transportiert.
Darüber hinaus dient sie als logistische Drehscheibe für den Transport aller Arten von Material, das für die Atomindustrie benötigt wird, und ist eine wichtige Verkehrsachse für Nuklearingenieure, die nach La Hague, zum Kernkraftwerk Flamanville oder zu den Forschungszentren in Caen und Saclay reisen müssen. Ihr reibungsloser Betrieb ist daher für die Atomindustrie von strategischem Interesse.
Wir haben Feuer als Mittel gewählt, um das Gehäuse und die Stromkabel der Ampelanlage wirksam zu zerstören, um Rauchzeichen der Solidarität an die Anarchist*innen zu senden, die in Deutschland wegen einer leidenschaftlichen Anti-Atom-Aktion gegen den Technologiepark Berlin-Adlershof von Repression betroffen sind, und um die Herzen zu wärmen, die durch die Gräueltaten von Tschernobyl und andere Massenverbrechen der Atomindustrie verwundet wurden.
Ein Angriff auf die SNCF ist auch eine Gelegenheit, an einen Vorschlag zu erinnern, den „drei Räuberinnen“ im Jahr 2022 anlässlich der Sabotage mit einem Wagenheber an der Eisenbahnstrecke gemacht haben, die die ANDRA sanieren und für CIGEO an das Netz anschließen will: „Wir rufen dazu auf, die Baustellen dieser Anbindung von Anfang an und noch vor Beginn der Arbeiten anzugreifen! Wir rufen zu dezentralen Aktionen am Tag X auf, dem Tag des Beginns der physischen Arbeiten an diesem Abschnitt. Diese Aktionen sollen sich gegen das Material der SNCF und ihrer Tochtergesellschaften sowie gegen die an den Arbeiten beteiligten Unternehmen richten und sie als das entlarven, was sie sind: Akteure der Atomindustrie.“ Lasst uns bereit sein!
Ihr habt die Macht, wir haben die Nacht!
Nieder mit CIGEO! Nieder mit der Atomkraft!
Quelle: lille.indymedia.org


